Typ 1 Diabetiker  ≈  mein süßes Leben

Pumpentherapie und Automatische Insulin-Dosierung (AID)

Pumpentherapie

Bei der Pumpentherapie wird im Gegensatz zur ICT kein Basalinsulin gespritzt, sondern kontinuierlich schnellwirksames Insulin in geringen Mengen (plus/minus eine Einheit pro Stunde) je nach dem zuvor festgestellten Basalbedarf dem Körper zugeführt. Vor dem Essen kann man die Insulinpumpe anweisen, die für den Kohlehydratgehalt des Essens benötigte Insulinmenge zu spritzen. Es gibt die Pumpen als Schlauchversion (Pumpe kann z.B. in der Hosentasche stecken und über einen im Bauch injizierten Schlauch wird das Insulin zugeführt) oder als Pod-Version (die komplette Pumpe wird direkt auf den Bauch/Oberarm geklebt und injiziert über eine Kanüle an der Unterseite).

Automatische Insulin-Dosierung (AID, Automated Insulin Delivery)

Bei der automatischen Insulin-Dosierung (AID) wird die Pumpe mit einem CGM-System gekoppelt und injiziert idealerweise vollautomatisch je nach Blutzuckerspiegel mehr oder weniger Insulin. Dieses Verfahren ist jedoch je nach Gerät unterschiedlich weit automatisiert und es gibt (Stand 2026) zwischenzeitlich etliche Gerätekombinationen (Insulinpumpen, die mit den CGMs unterschiedlicher Hersteller zusammenarbeiten). Einen ersten Überblich gibt der Katalog von Diashop (PDF, externer Link). Es werden immer mehr AID-Kombinationen angeboten, informieren Sie sich daher selbst im Internet, wenn Sie Interesse an einer solchen Lösung haben. Vorher sollten Sie sich überlegen, ob ein solches System für Sie geeignet ist.

Dabei sind verschiedene Punkte zu berücksichtigen:

  1. Wenn Sie Ihren Diabetes geheim halten möchten oder Sie ein weiteres Garät am Körper (Pumpe zusätzlich zum Sensor) störend finden und gleichzeitig kein Problem haben, sich mit einem Pen zu spritzen, dann spricht einiges gegen ein AID-System.
  2. Bei stark schwankenden Glukosewerten in der Nacht erleichtert ein AID-System einen glatten Glukoseverlauf und damit einen ruhigen Schlaf.
  3. Wenn Sie Ihre Diabeteseinstellung im Griff haben (sehr gute Werte, z.B. TIR > 90%), dann kann der Umstieg auf ein AID-System sogar zu schlechteren Werten führen. Umgekehrt gilt natürlich auch, dass bei schlechten Werten (TIR < 70 %) ein AID-System zu Verbesserungen führt.
  4. Wenn Sie sich für ein AID-System entscheiden, dann schauen Sie sich vorher die zugrunde liegenden Algorithmen (Software, App) an. Es gibt AID-Systeme, bei denen die Software fast alles regelt und solche, bei denen etliche Einstellungen selbt vorgenommen werden können bzw. müssen.
  5. Wenn Sie die Kontrolle über Ihre Blutzuckereinstellung nicht aus der Hand geben wollen, dann sollten Sie beim Pen bleiben oder nach einem AID-System mit vielen Einstellungsmöglichkeiten Ausschau halten.

Da ich grundsätzlich keine Geräte am Körper tragen mag und da meine Diabetologin mir sagte, dass ich von solchen Lösungen enttäuscht wäre, da diese noch nicht soweit ausgereift sind, dass sie die von mir per ICT erzielten Labor- und CGM-Messwerte (TIR) erreichen, habe ich bisher keine Pumpe genutzt und auch keine getestet. Mal abwarten, was die Zukunft bringt.

Ausblick

Für mich sind die AID-Systeme momentan noch nicht reizvoll genug. Aber wenn ich mir die rasante Entwicklung der letzten Jahre ansehe und überlege, dass durch KI-Unterstützung der Glukoseverlauf mit AID-Systeme wesentlich genauer (näher am Normwert) eingestellt werden kann und dass zukünftige Pumpen nicht nur Insulin, sondern auch Glukagon enthalten, um Hypoglykämien (Unterzuckerungen) zu vermeiden, dann wäre ein Algorithmus denkbar, der eine BZ-Einstellung im Normbereich ermöglicht. Dann hätte auch ich Interesse an einer derartigen perfekten Lösung.

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